Mein letzter Tag

Plötzlich ist er da, der Tag an dem mein Studententum endet. Ab morgen ist mein Leben als Studentin vorbei.

Diese Woche muss ich nicht arbeiten, Zeit genug den Tag mit spannenden Dingen zu füllen.

Zunächst schnappte ich mir Kunststoffreiniger und  Scheuermilch und machte mich daran, die Küchenzeile zu reinigen. Zwischendrin stellte ich fest, dass wir im Keller eine Überschwemmung verpasst hatten und schrubbte „mal eben“ den Schlamm weg.

Nach getaner Arbeit kam spontan Yvonne vorbei, die mein Schicksal teilt und ab morgen exmatrikuliert ist, allerdings mit Diplom.

Der Tag endete feierlich mit Tequila Sunrise und dem Fazit, dass ich im Laufe der 12 Semester Studium sicher mehr gelernt habe, als mir bewusst ist. Außerdem kann das Essen von zu viel Pekanüssen zu einer Selenvergiftung führen.

Die Römer und die Ampelzwerge

Es begann vor ein paar Tagen mit einem typisch römischen Kundschafterballon. Ganz langsam schwebte er über die Kreuzung und dann übers Hausdach hinweg.

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Jetzt sind sie da, die Römer. Sie haben schon ihr Zelt und ihr Hütchenspiel auf der Kreuzung aufgebaut.

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Mittlerweile haben sie alle Ampeln mit Pappe verdeckt. Meine Vermutung ist, dass sie irgendwas mit den Zwergen vorhaben, die in den Ampeln für die korrekte Beleuchtung sorgen.

Bei dem Regen würd ich glatt vermuten, dass die Ampelzwerge einen Kurs für „korrekte Ampelschaltung bei Unwetter“ machen müssen, oder einen  Schwimmkurs.

Aus Stein

Mir tut alles weh. Ich hab das Gefühl ich bin seit Tagen mit dem Schreibtischstuhl verwachsen. Meine Ellbogengelenke schmerzen, vom Aufstützen. Mein Körper knackt bei jeder Bewegung, auch an Stellen, deren Knackfähigkeit mir bisher unbekannt war. Die Lösung liegt auf der Hand: Ich werde zu Stein.

Je länger ich mich nur zwischen Bett, Bad, Küche und Schreibtisch bewege, desto schlimmer wird es. Bald werde ich selbst diese Wege nur noch eingeschränkt zurücklegen können und dann, in ein paar Tagen, bleibe ich einfach sitzen, weil das Aufstehen zu viel Kraft kostet.

So werdet ihr mich finden: versteinert im Schreibtischstuhl, die Finger auf der Tastatur verkrümmt, der steinerne Blick ist kritisch auf den Bildschirm gerichtet und dort flackert die Geschichte bisheriger Finanzverfassungsreformen in ihrer vollkommenen Unvollendetheit.

Neue Briefe an Rosemarie

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