Mein schreckliches Leben als Veganer (Teil II)

Seit Juni prokrastiniere ich den “1 Jahr vegan”-Artikel. Erst fehlte mir der Einstieg, dann wurde ich schwanger und war mir meiner Sache nicht mehr sicher: Schade ich dem Baby? Schade ich mir? Meine Frauenärztin sagte, eine gut ernährte Veganerin sei ihr lieber als eine schlecht ernährte Allesesserin. So weit so gut. Trotzdem genieße ich seitdem gerne mal ein Käsebrot, ein Glas Milch oder gar einen Schokoriegel (wenn’s mal wieder länger dauert).

Ist ein Artikel über meine vegane Ernährung also geheuchelt? Nein! Zumindest nicht, wenn man aus der Schublade hüpft. Pragmatisch statt dogmatisch. Jedes Essen zählt!

Bei jeder Mahlzeit entscheide ich mich was ich esse und muss mich dafür nicht rechtfertigen. Genauso erwarte ich auch von niemandem eine Rechtfertigung zu dem was er/sie isst.

“Stört es sich, wenn ich Fleisch esse”, wurde ich schon häufiger von Freunden gefragt. Die Antwort ist: “Nein, so lange ich es nicht essen muss.” Das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Mein Ziel ist es nicht andere zu bekehren. Wenn sich jemand durch mein Vorleben motiviert sieht seine Ernährung zu überdenken – wunderbar!

In meinem Umfeld haben viele Freunde und Familienmitglieder neugierig und interessiert reagiert und schauen bewusster auf Inhaltsstoffe von Lebensmitteln (“Wieso muss Milchpulver in Kokoschips sein?”) und probieren vegane Gerichte aus.

Ich habe mich entschieden bestimmte Dinge nicht mehr zu essen, weil ich möchte, nicht weil ich muss. Dazu bin ich keinem Club beigetreten, habe kein Regelwerk unterschrieben und stehe nicht unter der Kontrolle einer Veganerpolizei, die mir bei Verstößen Strafzettel ausstellt.

Mir geht es aktuell sehr gut mit meiner vegetarischen- überwiegend veganen- Ernährungsweise, aber wer weiß ob ich “für immer” dabei bleibe? Ich kann jedem empfehlen sich bewusst zu ernähren,  zu hinterfragen woher die Produkte kommen, welche Zutaten darin enthalten sind und offen für Neues zu sein.

Veganer Käse zu Beispiel ist meiner Meinung nach für die Tonne, aber Nussmuß und Mandel-Sesam-Tofu sind eine absolute Bereicherung. Bei Pizza ohne Käse schmeckt man tatsächlich was vom Belag! Ofengemüse, Sommerrollen, Zucchinispaghetti oder auch ein bunter Salat mit gebratenen Pilzen, Nüssen und Kernen absolute Highlights!

In diesem Sinne: bleib flexibel und iss mit Genuss!

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3 Kommentare zu “Mein schreckliches Leben als Veganer (Teil II)”

  1. ist sie nicht schizophren, die beziehung der menschen zu den tieren? zu bestimmten tieren, vor allem katzen, hunde und pferde, entwickeln wir ein sehr inniges verhältnis. sie werden gehegt und gepflegt und sind die besten freunde. die so genannten “nutztiere” dagegen werden gequält und ausgebeutet. wir verdrängen erfolgreich die tatsache, dass fleisch, milch, daunen oder pelz von einem tier mit charakter und eigenen bedürfnissen stammen. die politisch verantwortlichen billigen das sinnlose leid der tiere für wirtschaftlichen profit.

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  2. Ich selber bin veganerin ohne „Ausnahmen“.
    In Anführungszeichen, weil es ja nicht direkt Ausnahmen sind. Du hast dich entschieden danach zu leben worauf du Lust hast. Du hast recht niemand schreibt dir etwas vor. Es ist wichtig auf sich und seinen Körper zu hören. Man soll das essen worauf man Lust hat und sich nichts vorschreiben lassen oder sich selbst Dinge verbieten. Es kommt ja darauf an es einzuschränken und jede Einschränkung hilft Tieren weiter.
    Mich weiter so 🙂

    Gefällt 2 Personen

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