Wickeltischaufsatz DIY

Auch als Laie kann man etwas Schönes bauen!

“Wohin mit dem Werktisch?” (siehe hier und hier) war eine der ersten Fragen, die uns bei der Umgestaltung des Arbeitszimmers beschäftigt hat. In der neuen Werkelecke wird dafür kein Platz sein. Der Werktisch stammt aus der alten Schusterwerkstatt meines Vaters und schon mein Opa hat darauf gearbeitet. Ihn wegzugeben kam deshalb nicht in Frage. Schnell stand fest: Das wird der Wickeltisch!

Mit einer Breite von ca. 110 cm  haben wir genug Ablagefläche und die Fächer bieten jede Menge Stauraum. Nur ist der Werktisch zum wickeln zu niedrig. Die empfohlene Höhe für einen Wickeltisch liegt für Eltern bis 1,80 Meter Größe bei ca. einem Meter. So kamen wir zu unserem ersten Projekt: einen Wickeltischaufsatz bauen!

Bei Kullaloo gibt es eine schöne Anleitung für einen selbstgebauten Wickeltischaufsatz für eine Ikea-Hemnes Kommode. Daran orientierte ich mich bei meinem eigenen Entwurf.

Wickelkommode-1

DIE PLANUNG

Knifflig: Die Arbeitsfläche des Werktischs hat eine Holzumrandung

Lösung: eine Bodenplatte, die genau eingepasst wird und den Rand ausgleicht oder auch etwas höher ist als dieser (abhängig davon, was der Baumarkt so bietet)

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Knifflig: die Erhöhung der  “Arbeitsfläche” auf ca. 1 Meter

Lösung: Fächer schaffen aus Brettern, die auf der Bodenplatte befestigt werden: zwei äußere Seitenteile und 2 Bretter zur Stabilisierung  in der Mitte.

Knifflig: die Tiefe des Wickeltischs soll 80 cm sein (der Werktisch ist nur 60 cm tief)

Lösung: Die Bretter für die Fächer müssen entsprechend länger sein als die Bodenplatte.

Knifflig (naja, war’s an dieser Stelle nicht mehr so): die Wickelfläche mit einem Wickelbereich ca. 80 x 80 cm und eine abgetrennte Abstellfläche

Lösung: auf die Unterkonstruktion kommt eine Platte für die Wickelfläche, mindestens 110 cm breit, gerne auch etwas breiter mit einer Umrandung und Abtrennung aus Brettern (mindestens 10 cm hoch)

Ich notierte die notwendigen Bretter und Maße (so grob) und fuhr zum Baumarkt.

Wickelkommode-3

DER EINKAUF

Im Baumarkt verbrachte ich viel Zeit mit der Auswahl der Bretter und der abschließenden Planung. Für die Arbeitsplatte entschied ich  mich für 2 Leimholzplatten: 120×30 cm 120×50 cm jeweils 18mm dick. Eine große Platte war mit zu teuer. Es kommt ja eh eine Wickelauflage auf die Fläche und das Ablagefach wird vermutlich so vollgestellt sein, dass gar nicht auffällt, dass es zwei Bretter sind.

Für die Umrandung und die Fächer fand ich passende Bretter mit einer Breite von 10 cm (Fächer) und 12 cm (Umrandung). Diese ließ ich mir an der Sägestation auf die entsprechenden Längen zurechtsägen. Dort bekam ich auch eine 8mm MDF-Platte als Bodenplatte auf die Maße (108×57 cm) zurechtgesägt.

Auf dem Weg zur Kasse fiel mir dann noch ein, dass ich wohl besser auch Schrauben mitnehmen sollte. Die Holzschrauben mit einem zusätzlichen Gewinde zum einfacheren einschrauben haben mich gleich überzeugt (SPAX 4Cut). Ich packte noch ein paar Winkel und Holzdübel ein.

Dann musste nur noch alles im Auto verstaut werden. Zum Glück haben wir einen großen Kofferraum.

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Zu Hause stellte ich die Bretter gleich mal Probe (Rosemarie war Testbaby). Das Konstrukt war bereits erstaunlich stabil und die Teile passten tatsächlich wie geplant! Ich war mächtig stolz auf mich! Geplant, gemessen, gegrübelt, gekauft!

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Blieb “nur noch” das zusammenbauen.

DER ZUSAMMENBAU

Damit das Zusammenbauen nicht, wie beim Aufbau diverser schwedischer Möbel, in großen Diskussionen endet, haben wir uns VOR jedem Arbeitsschritt beraten, die Optionen abgewogen und dann friedlich gebaut. Wir waren selbst ganz überrascht, wie gut die Teamarbeit diesmal geklappt hat.

Zunächst haben wir die zwei Teile der Wickelfläche mit Holzdübeln und Winkeln verbunden.  Dann haben wir die Fächerbretter inkl. Rückwand mit Winkeln angeschraubt. Dank der tollen Schrauben brauchten wir nichts vorbohren.

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Die Unterseite der Konstruktion und die Bodenplatte wurden dann weiß gestrichen.

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Die Trockenzeit nutzen wir dazu, die Seitenteile und das Trennbrett für die Wickelfläche mit Hilfe Stichsäge und Schleifmaus abzurunden.

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Diese Teile befestigten wir dann auf Wickelflächenplatte. Dafür haben wir wieder Winkel, Schrauben und Holzdübel verwendet.

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Als nächstes nagelten wir die MDF-Bodenplatte von unten auf das Konstrukt. Wir haben keine Schrauben verwendet, da die Bodenplatte bündig auf der Werktischplatte aufliegen sollte und Schrauben ggf. schon mal überstehen. Außerdem hatten wir nicht mehr so viele Schrauben aber noch viele Nägel.

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Zuletzt wurde die Oberseite gestrichen (zweimal).

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Es folgte der Moment der Wahrheit: das Aufsetzen des Bauwerks auf den Werktisch.

Es passte! So genau, dass wir gar keine zusätzliche Befestigung zwischen Tisch und Aufsatz mehr anbrachten.

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An dem überstehende Seitenteil werden wir demnächst noch eine Stange o. ä. befestigen.

FAZIT

Es fühlt sich total toll an so ein Bauprojekt selbst zu planen und umzusetzen. Man muss dafür kein Profi sein! Das Zusammenbauen haben wir zu zweit an 1,5 Tagen erledigt, mit vielen Pausen dazwischen.

Wichtig ist, den Perfektionismus abzulegen und kleine Ungenauigkeiten zu akzeptieren. Gerade diese machen das Werkstück ja so besonders!

Also, traut euch!

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2 Kommentare zu “Wickeltischaufsatz DIY”

  1. Hallo Lucy!

    Toller Blog!

    Wir finden’s prima, wie Du den Werktisch zu einem Wickeltisch umgebaut hast! Upcycling ist doch einfach super, nicht nur weil’s preiswert ist, sondern nebenbei auch umweltfreundlich.

    Toll ist’s auch, wie Du bei Deinem Projekt die Herausforderungen siehst und gleich die Lösungen dazu vorstellst!
    Danke, dass Du auf unsere SPAX gesetzt hast und schön, dass es Dir die SPAX 4CUT-Spitze angetan hat.

    Bleib gern mit uns in Kontakt über unsere Facebookseite (facebook.com/SPAX) – würden uns sehr freuen.

    Herzliche Grüße aus Ennepetal,
    Dein SPAX-Team

    Gefällt mir

  2. Super gemacht!
    So ähnlich sah unser selbstgebauter Aufsatz auch aus… Statt eines neuen Möbels, das nach ein paar Jahren eh wieder entsorgt wird (und großen Eltern Rückenschmerzen bereitet), haben wir einfach einen Aufsatz für eine Kommode gebaut. Inzwischen ist er längst wieder weg und die Kommode sieht wieder aus wie früher 🙂

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