Island 2012: Tag 7

Montag, 27. August 2012 – Varmahlíð, Hvammstangi, Akranes, Reykjavik

Tag 708:10 Uhr Nach einer guten Nacht, leider ohne Polarlichter, sind wir nun bereit für das Frühstück im Hotel.

Mir war gestern so kalt, dass wir die Heizung aufgedreht haben und ich mit Socken und Fleecejacke geschlafen habe. Jetzt scheint wunderbar die Morgensonne in die Hütte und in der Sonne ist es schön warm. Es ist schon schade, dass wir unseren Kaffee nicht hier schlürfen können.

09:10 Uhr, 3°C, Sonne. Heute Nacht war es vermutlich noch kälter. Kein Wunder also, dass mir kalt war. Wir haben gut gefrühstückt und packen nun schweren Herzens unsere Koffer, um diese schöne Hütte zu verlassen und uns auf den Weg nach Reykjavik zu machen.

Morgensonnehier bleib ich

Unfassbar, dass dies schon unsere letzte Etappe ist. Sind wir nicht gerade erst losgefahren? Ebenso wenig wie ich mir vor unserem Abflug vorstellen konnte auf Island zu sein, kann ich es mir in diesem Moment, am Tisch der Hütte, beschienen von der Morgensonne mit Blick auf die felsigen dunkelbraunen Berg und steiniges grün-durchzogenes Land nicht vorstellen übermorgen wieder in Bochum zu sein.

Von der Welt habe ich in den letzten Tagen nichts mitbekommen. Keine Nachrichten, keine E-Mails. Wenn man hier ist, ist der Rest der Welt nicht so wichtig. Er wird schon noch da sein.

Die frische Luft werde ich vermissen und den Ausblick in die weite Landschaft mit den Vulkanen und Wasserfällen. Das „glibbrige“ Leitungswasser werde ich nicht vermissen und auch nicht das naturwarme Eierpupswasser.

Aber sonst…ich verstehe schon warum die Isländer weltweit zu den glücklichsten Menschen gehören. Darum werden wir unsere heutige Tour von Varmahlíð über Blönduos und Borgarnes nach Reykjavik nochmal besonders genießen.

Torfkirche Víðimýrarkirkja

Torfkirche Víðimýrarkirkja

Für unseren ersten Halt mussten wir nicht weit fahren. Die Torfkirche Víðimýrarkirkja war keine 2km von unserer Unterkunft entfernt. Die Kirche ist sehr klein und unscheinbar. Gerne zahlten wir die 500 kr p.P. Eintritt (zahlt man in Island selten), um einen Blick hineinzuwerfen. Der Innenraum bestand fast nur aus den Bankreihen links und rechts, einer kleinen Kanzel und einem Minialtarraum. Es roch etwas modrig und nach Holz. Die Kirche wird ab und zu noch genutzt und bietet (angeblich) bis zu 100 Personen Platz.

Þingeyrakirkja

Der nächste Halt war wieder eine Kirche: Þingeyrakirkja. Die Kirche habe ich einer Broschüre „auf den Spuren der Sagas“ gesehen uns die gefiel mir total gut. Im Reiseführer wurde der Abstecher auch empfohlen und die Schotterstraße bis nach Þingeyra war für eine Schotterpiste richtig gut. Hinter der Kirche bzw. um sie herum ist ein Friedhof. Die Kirche steht auf einem Hügel und liegt an einem See. Außer dem Schnattern einiger Enten war nichts zu hören. Ein sehr friedlicher Ort.

Wir fuhren weiter auf der Ringstr. Nr. 1 und machen einen Besuch im Seehundzentrum in Hvammstangi. Der Besuch war recht kurz, denn Seehunde gab es nur auf Fotos oder per Schiffstour zu sehen.

on the road again

rennende SchafeSteinmännchen

Die Sonne schien und wir waren beide müde. Deshalb machten wir eine Kaffeerast an einem gut besuchten Rastplatz. Obwohl dieser direkt an der Ringstraße lag, war es dort nahezu still. Die isländische Ringstraße ist eben keine deutsche Autobahn.

Selbstverständlich gab es auch wieder etwas zu sehen: ein Denkmal für die Landpostboten.

Denkmal für die LandpostbotenDenkmal für die Landpostboten

Wir beschlossen für die folgende Strecke dem einen oder anderen Hinweis auf eine Sehenswürdigkeit anzunehmen. Davon gibt es an der Strecke jede Menge. Alle 500m anzuhalten war uns doch zu viel. Aber ein paar Stopps machten wir.

So kamen wir an einer kleinen Brücke vorbei, sind auf den Vulkan Gräbok gestiegen und haben einen Aussichtspunkt besucht. Vor der Station am Vulkan war uns aufgefallen, dass sich die Landschaft plötzlich veränderte. Es lagen überall Lavabrocken überzogen von hellem Moos. Der Vulkan lieferte dann die Erklärung.

Vulkan Gräbok Vulkan Gräbok Lavalandschaft

Wir verlängerten unsere Route um einen Ausflug in die Sportstadt Akranes, wo wir uns den Hafen ansahen, die Leuchttürme und die Fußballplätze. Die Hot-Dog-Bude am Strand, die wir gerne besucht hätten, fanden wir nicht. Nicht mal der Strand war ausgeschildert.

schön

AkranesAkranes neuer LeuchtturmAkranes Schrott Akranes

Also fuhren wir weiter über die Alte Route (47) um den Hvalfjördur und nicht durch den neuen Tunnel. So konnten wir die Landschaft nochmal genießen und bewundern, bevor wir wieder in Reykjavik ankamen.

Die Tour geht zu Ende

Straße

Unsere erste Station dort: Hot Dog essen ohne Umwege und günstig. Wo das geht? Ganz klar: IKEA. Wir liefen auch einmal durch die Ausstellung, aber Unterschiede gab es kaum. Es standen lediglich mehr Ziffern auf den Preisschildern.

Gestärkt fuhren wir zum Icelandair Hotel Natura und bezogen unser Zimmer. Diesmal war es ein „Art room“ – schon ein vollwertiges Zimmer, aber mit Kunst.

Icelandair Hotel Natura

21:30 Uhr Wir haben im Restaurant “satt” noch einen Snack gegessen. Ich hatte einen gemischten Salat mit Blumenkohl und gerösteten Brotscheiben. Beim Thema Essen schwirren meine Gedanken jedes Mal und ich schweife ab und denke darüber nach, wie sich die Menschen auf Island versorgen.

Gestern hatte ich die Theorie, dass es ja gut ist, wenn man fast alles von außerhalb Islands einkaufen muss, weil man dann die Wahl hat sich nur die besten Produkte zu kaufen. Das ist mir beim futtern von niederländischen Chips aufgefallen. Aber es gibt wohl auch isländische Chips. War keine gute Theorie.

Außerdem stammen viele Lebensmittel aus Dänemark und UK, ein paar aus Finnland und Deutschland und Holland, z.B. die Chips und der gestern verkochte frische Blattspinat.

Gerade habe ich darüber nachgedacht, ob frische Lebensmittel ständig nachgeliefert werden oder ob es riesige Kühlkomplexe gibt. Wie machen das Hotels und die abgelegenen Gasthöfe? Haben die alle riesige Kühlschränke? Und wie werden Waren und Post tagtäglich in die kleineren Orte transportiert? Müsste die Ringstraße nicht voll von LKWs sein? Wir haben nur wenige gesehen und auch kaum mal ein Flugzeug, das über die Insel geflogen ist.

Gibt es vielleicht unterirdische Fließbänder? Ein geheimes inselweites Rohrpost-Transport-System?

Dem müssen wir nachgehen. Wir können morgen nicht mit so vielen offenen Fragen im Gepäck das Land verlassen. Mit den offenen Fragen überschreiten wir sicher das erlaubte Maximalgewicht für Koffer. Nein, wir sollten besser noch länger bleiben.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s