Bitte ein Cebit (04.03.2008)

Ich kann gar nicht fassen, dass ich zur Cebit fahre. Was soll ich da? Egal. Wird sicher spannend. Was soll ich nur anziehen? Die Suche nach Fotos in PC Zeitschriften und dem Internet ist ernüchternd. Das was die Mädels da anhaben ist mir erstens zu kalt und zweitens nicht business casual genug. Schließlich entscheide ich mich für Jeans, weiße Bluse, darüber einen braunen Pullover. So sollte mir ein souveränes Auftreten möglich sein.

Telefonbuch

Bereits auf dem Hinweg gab es an der Tankstelle die ersten Geschenke.

Als erstes steht ein Vortrag auf unserem Programm. 30 Minuten hören wir interessiert zu, dann treibt uns der Hunger weiter. Doch bin ich nach dem Besuch im Conference Center mit meiner Kleiderwahl zufrieden und bereit neugierig durch die Hallen zu stöbern und mich mit Geschenken überhäufen zu lassen. Gelernt habe ich auch schon was: „The only person who likes a change is a wet baby.“ Wie wahr.

Vortrag

Bereits in der ersten Halle gucke ich zu lange zu einem Stand rüber und schon stürmt ein übereifriger Herr im Anzug auf mich zu und ruft: „Sie sehen aus wie eine zukünftige Wuschelmama.“ Fragend gucke ich mich um, nein, er meint mich. „Bitte was?“, frage ich, während er sich vor mir aufbaut. „Darf ich…“, ohne auf meine Antwort zu warten, klebt er mir einen Wuschel auf die Schulter. „Wenn sie unsere Hostessen treffen, können sie einen USB-Stick oder ein T-Shirt gewinnen.“ Und schon eilt er wieder davon. Da stehe ich nun und fühle mich gleich weniger souverän. Am liebsten möchte ich wieder gehen.

Verwuschelt

Beherzt klebe ich den Wuschel auf meine Umhängetasche. Dort werden ihn die Hostessen ja hoffentlich auch finden und mir meine Geschenke geben. Kleiner Anfängerrückschlag. Weiter geht es. Alle Leute tragen Taschen der großen Firmen mit sich herum. Was da wohl drin ist, frage ich mich und fange an, selbst diese Taschen zu sammeln. Geschenke finde ich in den Taschen nicht, nur Werbezettel. Dafür werden sie meist von hübschen Hostessen überreicht, was Thorsten freut. Den Müll lassen wir gleich im nächsten Abfallbehälter zurück. Später entdecke ich, dass viele Leute in den großen Taschen oft nur kleine Taschen oder ihre Jacken haben.

Girlsgirlsgirls

USB-Sushi

Cebit diesmal vom Nordpol, deshalb keine Pinguine.

Eisbär

Wenn schon die Geschenke so mager gesät sind, will ich wenigstens gewinnen. Bei einer Computerzeitschrift kann man am Glücksrad drehen. Dazu muss ich mich nur „registrieren“, was heißt, eine Karte ausfüllen und ein Probeabo bestellen. Naiv und ohne zu überlegen gebe ich meine richtigen Daten an. Schön blöd. Den Kugelschreiber will ich behalten, doch nachdem ich den letzten Buchstaben geschrieben habe, entreißt die Hostess ihn meiner Hand. Dafür überreicht sie mir mein erstes Probeexemplar, mit DVD.

Dann darf ich endlich am Glücksrad drehen. Der Hauptgewinn ist es nicht, aber ich darf mir einen Preis abholen. Hurra, einen Preis! Ein Geschenk! Ich komme mir vor, wie früher auf der Kirmes an der Losbude und rechne mit einem Plasiklineal. Was kommt ist tatsächlich noch schlechter. „Herzlichen Glückwunsch“, ruft mir der Mann am Mikro zu, „eine Freikarte für die Cebit.“ Ich blicke erst ihn und dann die Karte in meiner Hand an. Dann schaue ich mich um. Ich bin doch schon auf der Cebit. „Kommst du mich hier nochmal besuchen?“ will er wissen. „Nein, sicher nicht.“, knurre ich. Eine Freikarte! So ein Scherz. Was für ein dummer Gewinn! Wir haben noch 5 Freikarten zu Hause liegen! So viele Tage ist die Messe gar nicht mehr. Thorsten zerrt mich weg, damit ich nicht auf die Idee komme dem Trallala-Mann seine Freikarte irgendwo hin zu stecken. Vor der Halle atme ich etwas frische Luft. Haben wir eben wieder 6 Freikarten.

Später rächen wir uns am nächsten Stand dieser Computerzeitschrift und füllen jeder Karten mit falschen Angaben aus. Da wird sich Frau Katharina Saalfrank sicher über ihr Probeheft freuen. Wieder drehen wir am Glücksrad und gewinnen diesmal immerhin keine Freikarte, sondern etwas sinnvolles: „Steuersparen 2007. PC-Unterstützung zur Steuererklärung 2006.“ Zweimal, falls eins mal verloren geht.

Riesentastatur

Was hier so alles zwischen die Tasten fallen kann.

Zu einem Stift bin ich auch gekommen. Er wurde mir zusammen mit einem Flyer für ein Gewinnspiel in die Hand gedrückt. Als ich mitmachen wollte, stellte ich fest, dass es ein Online-Gewinnspiel ist. Wofür dann der Stift? Egal. Dankeschön.

*freu*

Hier habe ich gerade stolz zwei Werbekugelschreiber mitgenommen. Man könnte meinen, ich hätte einen EeePc gewonnen, so sehr freue ich mich. Aber kurz zuvor war ich noch sehr deprimiert über die mangelnde Geschenkeflut. Im Nachhinein hätte ich noch mehr Werbegeschenke einfach mitnehmen sollen. Die meisten Stände in dieser Halle, wurden sicher nach der Polizeirazzia geschlossen. Schade um die vielen unverschenkten Kugelschreiber und andere Hightechdinge.

Den Wuschel habe ich auch mit nach Hause genommen. Er ist mir im Laufe der Messe ans Herz gewachsen. Der kleine Kerl hat mir zu der Einsicht verholfen, dass keine Geschenke oft die besseren Geschenke sind.

Wuschel fährt mit

Passen diese Berge von Werbeschrott und Green-IT eigentlich zusammen?

Hier unsere Ausbeute.

Ausbeute

Fazit: Unterhaltsam und informativ, viel Lauferei. Ein Anzug kleidet tatsächlich nicht jeden. Ich hätte den Besuch von vornherein soziologischer angehen sollen. Gerne hätte ich eine Freikarte fürs NÄCHSTE Jahr gewonnen. Falls du noch eine Freikarte für DIESES Jahr haben möchtest, kannst du mir ja schreiben, vielleicht hab ich noch irgendwo eine 🙂

Hier geht’s zu meinem Besuch der Cebit 2010

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