Wirsing-Nudel Strudel ist doof

Zu Weihnachten habe ich das neue Kochbuch von Tim Mälzer “Greenbox” bekommen. Das Buch stand auf meinem Wunschzettel und ich habe mich sehr darüber gefreut. Bis heute.

Soeben habe ich das erste Rezept aus dem Buch nachgekocht. Die Wahl war auf den “Wirsing-Nudel-Strudel” (sag das mal dreimal schnell hintereinander) gefallen.

Die Zubereitung erschien so einfach…

Wirsing1Zunächst einen Nudelteig bereiten.

Es erforderte ein wenig Geduld, aber nach der Zugabe von größeren Mengen Wasser und Öl wurde aus dem Bröselklumpen ein akzeptabler Teig. Danke Herr Profikoch für die präzisen Mengenangaben.

“Dünn ausrollen” ließ sich der Teig fast wie von selbst. Nach schweißtreibenden 20 Minuten hatte ich eine einigermaßen brauchbare Teigplatte erarbeitet und gleichzeitig ein paar Weihnachtskekskalorien verbrannt.

Den Wirsing habe ich verhunzt, da ich statt der Hälfte die ganze Brühe zugegeben habe und das “dick einkochen” dann nicht so funktioniert hat. War aber nicht so wild, ich hab den Wirsing mit einem Schaumlöffel aus dem Topf geholt und auf dem Teig verteilt.

Das Aufrollen des mit dem Wirsing belegten Teiges war ein Kinderspiel und die paar gerissenen Stellen im Teig boten dem Gemüse Luft zum atmen.

Dann lief allerdings die nicht eingekochte Sauce aus allen Öffnungen der Rolle und verteilte sich zügig auf Arbeitsplatte, Herd, Fußboden und meiner Hose. Ein provisorischer Damm aus Küchenrolle verhinderte eine Totalüberflutung der Küche, denn der Saucenstrom wurde nicht weniger, als ich anfing die Strudelrolle in Stücke zu schneiden und diese in eine Auflaufform zu verfrachten.

Positiver Nebeneffekt der kleinen Sauerei: es wurde nebenbei noch schnell die Küche geputzt.

Wirsing2Nach 40 Minuten im Ofen war das Gericht verzehrbereit.

Doch überzeugen konnte es mich nicht. Schade um den leckeren Wirsing, dass er in diesen erbärmlichen Teig genudelt wurde.

Fazit: Tim Mälzers Wirsing-Nudel-Strudel ist doof.

——-

Da meckern allein nicht weiterbringt (Stichwort “lösungsorientiert”) hier mein alternativer Zubereitungsvorschlag:

Wirsing-Kuchen

Teig

100g Butter

1 Prise Salz

150 g Joghurt

250 g Mehl

Belag

800 g Wirsing

1 Zwiebel

20 g Ingwer

4 Stängel Thymian

1/2 Bio-Zitronen (Saft & geriebene Schale)

Salz, Pfeffer, Zucker

300 ml Gemüsebrühe

100 ml Sahne

Guss

3 Eier

100 geriebenen Käse (wer mag)

So geht’s

Eine Springform fetten (kein Backpapier) und kalt stellen. Die Zutaten für den Teig verkneten, den Teig ausrollen und die Form damit auskleiden. Wieder kalt stellen

Die Zwiebel würfeln, den Wirsing putzen und in Streifen schneiden. Die Zwiebel in etwas Öl in einem großen Topf andünsten, den Wirsing zugeben und 10 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen.

Den Ingwer fein würfeln und Thymianblättchen abzupfen. Beides zum Wirsing geben. Mit Brühe und Sahne ablöschen. Zitronenschale und Zitronensaft zum Wirsing geben. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken und auskühlen lassen.

Die Eier verquirlen und zusammen mit dem Käse unter die abgekühlte Wirsingmasse mischen.

Die Wirsingmasse in die Springform geben.

Im vorgeheizten Ofen bei 200°C Ober- und Unterhitze auf unterster Schiene ca. 30 Minuten backen, dann auf mittlerer Schiene nochmal 10-15 Minuten backen.

! Warnung! Im Gegensatz zur Herrn M. behaupte ich nicht, dass Rezept in der Form schon mal ausprobiert zu haben. Die Zubereitung erfolgt also ohne Gewähr. Freue mich über Feedback und Verbesserungsvorschläge.

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5 Kommentare zu “Wirsing-Nudel Strudel ist doof”

  1. Tim hat das Rezept (leicht abgewandelt) heute in seiner TV-Sendung gekocht. Hier geht’s zum Rezept: http://www.daserste.de/unterhaltung/koch-show/tim-maelzer-kocht/sendung/06042013-wirsingstrudel-100.html
    Das besondere Highlight: Der live zubereitete Nudelteig ist nix geworden! Allerdings war er zu matschig, da statt 2 Eigelb und 1 Ei 2 Eier und ein Eigelb drin waren…vielleicht lag es auch an den großzügig bemessenen 3 EL Wasser.
    Das „dick einkochen“ des Wirsings hat der Koch auch nicht geschafft, sondern den Wirsing einfach durch ein Sieb abgegossen.
    Viel Erfolg beim nachkochen! 🙂

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  2. Es ist gerade mal der zweite Tag im neuen Jahr und das Rezept aus der von mir zu Weihnachten heiß gewünschten „Greenbox“ hat fast die Grundfesten meiner Ehe erschüttert…
    Das Drama in der Küche begann natürlich mit dem o.g. „Bröselklumpen“.
    Wie kann Herr M. behaupten alle Rezepte an einem total coolen Koch-Wochenende ausprobiert zu haben? Unverschämtheit!
    Im Moment warten wir noch auf das Patsche-Matsche-Ergebnis, das im Ofen
    hoffentlich eine wunderbare Metamorphose erlebt…
    Ich hätte sowieso lieber die Knöpfle gehabt.
    Prost Mahlzeit!

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